Digitale Zahlungsdienste

Ergebnisse und Handlungsempfehlungen

Man muss ganz nüchtern festhalten, dass es zwar noch gute Gründe für Barzahlung geben kann, die Barzahlung in Deutschland aber nur noch in einer Nische relevant ist. Mittlerweile ist die Digitalisierung so weit fortgeschritten, dass im gesamten Zahlungsverkehr weniger als 1 Prozent des Euro-Volumens und nur ca. 10 Prozent aller Transaktionen noch bar abgewickelt werden. Eine Diskussion um die Abschaffung des Bargelds erscheint überflüssig.

Digitales Bezahlen wird längst nicht mehr nur von Banken, sondern auch von international tätigen Informations-, Handels- und Telekom-Unternehmen wie Google, Amazon oder Apple, aber auch Start-ups, angeboten. Diese Unternehmen, die sog. FinTechs (Financial Services & Technology), erweitern ihre Geschäftsfelder der Information, des Handels und der Kommunikation um das strategische Feld der Finanzen.

Digitales Bezahlen ist für viele Bürgerinnen und Bürger längst alltäglich. Es lohnt sich vor allem aus praktischen Gründen, wie leichtere Bedienung oder Komfort, sich mit den Chancen digitaler Zahlungen auseinanderzusetzen – ohne jedoch die Risiken aus dem Blick zu verlieren, die vor allem den Datenschutz betreffen.

Jede und jeder sollte Kosten und Nutzen, Chancen und Risiken abschätzen können. Dafür braucht es klare und verständliche Standards, die bis heute fehlen:

  • Anders als im aktuellen Gesetzentwurf der Bundesregierung muss es qualitativ hochwertige, tagesaktuelle Informationen geben, zum Beispiel via standardisierte Mustervorgaben an Anbieter und Anwender in Finanzwirtschaft, Handel oder Zahlungsdiensten unter regelmäßiger Kontrolle. Dann können potentielle Nutzer einfach, verständlich und vergleichbar beurteilen: Welche Risiken bestehen?; welche Kosten entstehen bei der Nutzung direkt und indirekt?; welche Serviceleistungen und Zahlungsdienste sind mit dem Zahlungskonto unmittelbar verbunden?
  • Aus den digitalen Zahlungsangeboten muss – anders als heute – für Bürgerinnen und Bürger klar und verständlich erkennbar sein, inwieweit und mit welchen persönlichen Daten bezahlt werden soll, auch durch die Weitergabe an Dritte. Außerdem müssen im Ablehnungsfall alternative Formen möglich sein (Wettbewerb), die Nicht-Nutzung einer Beratung genügt nicht.
  • Dies betrifft ebenso die Kennzeichnung hinsichtlich der (IT-) Sicherheit einschließ­lich der Deklaration der erwarteten und verpflichtenden Mitwirkung der Zahler. Es kann nicht allein die Aufgabe des Einzelnen sein, für (IT-) Sicherheit und Datenschutz zu sorgen, hierin liegt eine Grundaufgabe des Staates in der Daseinsvorsorge.

Das Gutachten „Digitale Welt und Finanzen. Zahlungsdienste und Finanzberatung unter einer Digitalen Agenda“ wurde am 19. Januar 2016 der Öffentlichkeit vorgestellt.