Personalisierte Preise

Die Digitalisierung beispielsweise im Bereich Finanzdienstleistungen ist bereits seit etwa zwanzig Jahren in vollem Gange. Heute lässt sich absehen, dass viele Entwicklungen, wie sie im Finanzbereich beobachtbar sind, prototypisch auch für weitere Bedarfsfelder Bedeutung haben werden.

Im Bereich Handel stehen vor allem personalisierte Angebote – Werbung und Preise – im Fokus der Betrachtungen. Während persönliche Ansprache im analogen Handel nur bis zu einem gewissen Grad möglich war, ermöglichen Internet und Big Data den Anbietern, immer mehr persönliche Daten über ihre Kunden zu sammeln. Unternehmen versuchen, Bedürfnisse der Kunden perfekt einzuschätzen und gar vorherzusagen. Es entsteht die Möglichkeit, die Kunden 24 Stunden am Tag über mobile Endgeräte zu begleiten und gezielter mit vorab ausgewählten Produktvorschlägen und individuellen Preisen anzusprechen. Bei personalisierten Preisen handelt es sich um personenabhängig unterschiedliche Preise für gleiche Produkte zur selben Zeit. Durch die massive Datensammlung und die Auswertung des Konsumentenverhaltens werden die Voraussetzungen für ein solches Szenario bereits jetzt geschaffen, auch wenn personalisierte Preise in der Praxis bisher nur vereinzelt nachweisbar sind. Eine politische und öffentliche Debatte um den Einsatz personalisierter Preise hat eingesetzt.

Der SVRV hat das Thema „Personalisierte Preise“ in seinem Themenpapier „Digitale Welt und Handel. Verbraucher im personalisierten Online-Handel“ (Januar 2016) aufgegriffen und mit dem Working Paper „Personalisierte Preise“ (August 2016) vertieft.