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Verbraucher-Scoring

Es gehört mittlerweile zum Alltag einer zunehmenden Zahl von Verbraucherinnen und Verbrauchern, dass ihre Aktivitäten, Verhaltensweisen oder Gewohnheiten aufgezeichnet und ausgewertet werden. Zum Teil werden diese Daten den Verbrauchern zugänglich gemacht, die beispielsweise mithilfe sog. Fitness-Tracker ihre körperlichen Aktivitäten optimieren. Anderseits schätzen Unternehmen auf der Basis der gewonnenen Informationen individuelle Risiken ein, um beispielsweise über Versicherungsbedingungen oder Kreditwürdigkeit zu entscheiden. Weitere Profilbildungen (z. B. Bewegungsprofile, Nutzerstatistiken) bleiben den Verbrauchern gänzlich verborgen.

Die neuen Technologien stehen erst am Anfang, dennoch sind Folgen bereits absehbar: Neue Geschäftsmodelle und Vertragsbedingungen kommen auf den Markt. Dadurch können tatsächliche oder vermeintliche Trends gesetzt werden, mit Auswirkungen bis hin zum individuellen Verhalten. Nicht zuletzt stellt sich die Frage, inwieweit personalisierte Angebote etwa bei Krankenversicherungen das bisherige Solidarprinzip einer schweren Belastung aussetzen könnten.

Der SVRV hat daher entschieden, an sein früheres Themenpapier „Digitale Welt und Gesundheit. eHealth und mHealth – Chancen und Risiken der Digitalisierung im Gesundheitsbereich“ anzuknüpfen und sich, über das in der Öffentlichkeit bekannteste Beispiel der Bonitätsprüfung (Stichwort: Kreditscoring) hinaus, eingehend mit dem Thema Scoring zu beschäftigen und hierbei vor allem die verbraucherrelevanten Aspekte herauszuarbeiten.

Der SVRV wird insbesondere untersuchen, wodurch sich Scoring von bisherigen Geschäftsmodellen abgrenzt, welche technischen Innovationen die Entwicklung vorantreiben, welche Akzeptanz Scoring-Modelle bei Verbraucherinnen und Verbrauchern erreichen, welche gesellschaftlichen Folgen zu erwarten sind und wo Regulierungsbedarf besteht.

Die Veröffentlichung des Gutachtens zum Verbraucher-Scoring ist für 2018 geplant.