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21. September 2021

Personalisierte Verbraucherinformation – ein Werkstattbericht

Der Sachverständigenrat für Verbraucherfragen (SVRV) hatte für den 21. September 2021 zu einer virtuellen Veranstaltung zum Thema „Personalisierte Verbraucherinformation – Ein Werkstattbericht“ eingeladen. Über 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wissenschaft, Verbraucherschutz, Wirtschaft und diversen Ministerien nahmen die Einladung an und beteiligten sich an den Diskussionen.

Die Verbraucherinformation gehört zu den zentralen Elementen des Verbraucherrechts und der Verbraucherpolitik. Sie soll Informationsasymmetrien beseitigen und Verbraucherinnen und Verbraucher dazu befähigen, selbstbestimmt rationale Entscheidungen im Geschäftsverkehr zu treffen. Tatsächlich sind Verbraucherinnen und Verbraucher mit dem Umfang der ihnen übermittelten Informationen jedoch oftmals überfordert (information overload) oder sie werden mit für sie nicht relevanten Informationen konfrontiert (information mismatch). Die Effektivität des geltenden Informationsparadigmas wird daher vielfach in Frage gestellt.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde diskutiert, ob eine Personalisierung von Verbraucherinformationen zur Verbesserung der Informiertheit der Verbraucherinnen und Verbraucher bzw. zur Steigerung des Informationserfolgs beitragen könnte. Nach einem Grußwort von Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz Prof. Dr. Christian Kastrop und einer Einführung in die Thematik durch Ratsmitglied Prof. Dr. Dr. h. c. Hans-Wolfgang Micklitz wurden in einem ersten Teil die Ergebnisse von zwei im Auftrag des SVRV erstellten Studien vorgestellt.

Herr Prof. Dr. Christian Thorun berichtete über eine durch die ConPolicy GmbH zusammen mit der decision-context GbR durchgeführte Studie. Im Rahmen eines verhaltenswissenschaftlichen Experiments hatten die Auftragnehmer den Einfluss von personalisierten Verbraucherinformationen auf das Kaufverhalten von Verbraucherinnen und Verbrauchern, auf ihre Informiertheit und Zufriedenheit sowie die Akzeptanz der Personalisierung von Verbraucherinformationen untersucht. Prof. Dr. Christoph Busch, Universität Osnabrück, stellte seine juristische Studie vor, die sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen einer personalisierten Verbraucherinformation befasst.

Im zweiten Teil der Veranstaltung folgten zunächst Impulse aus dem SVRV. Prof. Dr. Peter Kenning, Vorsitzender des SVRV, warf ein Schlaglicht auf die unternehmerische Seite und trug zur Praxis einer personalisierten Werbung in der betrieblichen Marktkommunikation vor. Marlitt Brandes, Referentin in der Geschäftsstelle des SVRV, stellte Elemente einer personalisierten Verbraucherinformation in Finanzdienstleistungen dar. Prof. Dr. Louisa Specht-Riemenschneider, stellvertretende Vorsitzende des SVRV berichtete zu Potentialen von Personal Information Management Systems (PIMS). Hiernach nahm Dries Cuijpers von der niederländischen Authority for Consumers and Markets kritisch zu den Potentialen einer personalisierten Verbraucherinformation Stellung.

Im Folgenden finden Sie weitere Informationen zur Veranstaltung, die beiden vorgestellten Studien sowie die Präsentationen der Vortragenden: