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Die Wirksamkeit der Corona-Warn-App wird sich nur im Praxistest zeigen. Der Datenschutz ist nur eine von vielen Herausforderungen

Autoren: Susanne Dehmel, Peter Kenning, Gert G. Wagner, Christa Liedtke, Hans W. Micklitz, Louisa Specht-Riemenschneider, 2020

Eine Warn-App kann ein wichtiger Baustein der Corona-Pandemie-Bekämpfung sein. Aber selbst wenn rasch eine technisch funktionierende Corona-Warn-App zur Verfügung steht, ist damit keineswegs deren Erfolg garantiert. Damit sie nachhaltig zur Eindämmung der Pandemie beitragen kann, muss die Warn-App möglichst schnell möglichst viele Nutzer finden. Die Technologieakzeptanzforschung legt nahe, dass neben einem geeigneten Technologiemanagement sowie der Definition einer adäquaten Zielgruppe insbesondere der wahrgenommene Nutzen der App, öffentliches Vertrauen, die sozialen Normen und die Bedienungsfreundlichkeit wesentliche Erfolgsfaktoren der Corona-Warn-App darstellen. Grundlegend für die Akzeptanz ist überdies eine überzeugende, vertrauensbildende Kommunikation, die auch die Bereitschaft zur längerfristigen Nutzung sowie den App-Exit berücksichtigt.

Beim jetzigen Stand der täglichen Neuinfektionen würden vermutlich so wenige Alarme durch eine Warn-App ausgelöst, dass die zu einer App gehörenden Testkapazitäten nicht überfordert würden und somit alle Akteure lernen könnten, ob die App technisch ausreichend gut ist und eine effektive Nachverfolgung von Infektionsketten ermöglicht. Bei einem frühzeitigen Roll-Out und einer wachsenden Nutzung der App in der Bevölkerung wären deshalb alle besser vorbereitet, falls eine zweite große Infektionswelle im Herbst 2020 auf Deutschland zukommen sollte.

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