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Themen

Der SVRV bearbeitet als multidisziplinäres Gremium eine Vielzahl von verbraucherpolitisch relevanten Aufgaben und Themen (s. Abbildung).

Eine Kernaufgabe des SVRV besteht darin, empirisch informierte Überblicke über die Lage der Verbraucherinnen und Verbraucher zu erstellen. Gutachten zur Lage der Verbraucherinnen und Verbraucher  bilden somit die Grundlage für die Identifikation weiterer, verbraucherpolitisch relevanter Themen. Diese lassen sich, etwas vereinfacht, in drei Kategorien einordnen.

Klassische Fragen der Verbraucherpolitik und des Verbraucherschutzes

Zum einen handelt es sich um klassische Fragen der Verbraucherpolitik. Diese stellen sich dann, wenn eine systematische Benachteiligung der Verbraucherinnen und Verbraucher stattfindet und/oder wenn die Transparenz in bestimmten Märkten nicht (mehr) gegeben ist. Beispielhaft sind hier die für viele Verbraucherinnen und Verbraucher oft undurchsichtigen Informationslabel im Lebensmittelhandel oder aber sogenannte „Abo-Fallen“ bei Dienstleistungsverträgen zu nennen.

Ein wesentliches Leitbild der Verbraucherpolitik ist es, die Verbraucherinnen und Verbraucher zu befähigen, informierte und selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen. Verbraucherinformationen sind daher ein wichtiges verbraucherpolitisches Instrument. Allerdings ist dieses Instrument bisweilen unwirksam. So gibt es viele Verbraucherinnen und Verbraucher, die über zu viel Informationen klagen, während andere bemängeln, dass es zu wenig oder jedenfalls nicht die gewünschten bzw. erforderlichen Informationen gibt.

Vor diesem Hintergrund befasste sich der SVRV u.a. mit der Frage, nach den Möglichkeiten und Grenzen personalisierter Verbraucherinformationen. Daneben diskutiert der SVRV, ob technische Möglichkeiten der Verbraucherinformation (Verbraucherinformatik genannt) eine Weiterentwicklung des Informationsparadigmas der Verbraucherpolitik ermöglichen könnten. Zudem kann in einer forschungsbasierten Visualisierung der Verbraucherinformation ein Ansatzpunkt zur Steigerung der Effektivität liegen.

Ein weiteres, eher klassisches Thema des SVRV ist der Verbraucherverschuldung angesprochen. Ein  neues Problem, dass sich hinter diesem Begriff verbirgt ist, dass im Zuge der Corona-Pandemie etliche Menschen finanzielle Einbußen erlitten haben. Diese und weitere krisenhafte Entwicklungen könnten dazu führen, dass immer mehr Menschen sich verschulden müssen und, im Ergebnis, überschuldet sind. Der SVRV hat dieses Thema in den Blick genommen. Er unterstützt das im Koalitionsvertrag vereinbarte Ziel des Ausbaus der Schuldner- und Insolvenzberatung.

Verstärkt nimmt der SVRV auch die beiden großen gesellschaftlichen Transformationen in den Blick und zwar die Nachhaltigkeitstransformation sowie die Digitalisierung.

Nachhaltigkeitstransformation und nachhaltiger Konsum

Im Hinblick auf die Nachhaltigkeitstransformation ist eine für den SVRV relevante Frage, wie die aus verbraucherpolitischer Perspektive bisher noch zu wenig untersuchte Klimaanpassung verbrauchergerecht gestaltet werden kann.

Der Klimawandel ist ein Prozess, der bereits voll im Gange ist. Ein gravierendes Problem, das daraus resultiert, sind zunehmende Naturgefahren wie Hochwasser und Überschwemmungen infolge von Starkregen. Obwohl jede und jeder grundsätzlich von Starkregen betroffen sein kann, sind in Deutschland weniger als die Hälfe aller Wohngebäude gegen entsprechende Risiken durch eine Elementarschadenversicherung abgesichert. Die Folge ist, dass die bei entsprechenden Ereignissen erhebliche materielle Schäden entstehenden Kosen in der Vergangenheit nicht selten durch die Gemeinschaft übernommen wurden. Ein vom SVRV thematisierter Ansatz, dieses Problem zu lösen, könnte darin bestehen, eine Versicherungspflicht gegen Elementarschäden einzuführen.  

Eine weitere Herausforderung auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft ist die Energiewende. Oft wird behauptet, dass die Nachhaltigkeitstransformation dazu führt, dass Energie unerschwinglich wird. Aus Sicht des SVRV ist dies keineswegs zwangsläufig. Vielmehr stellt sich die Frage, wie man die Energiewende klug und durch gezielte Umverteilung verbrauchergerecht gestalten kann. Diesem Thema widmet sich der SVRV unter anderem mit Blick auf eine verbrauchergerechte Gestaltung der CO2-Bepreisung.

Daneben befasst sich der SVRV mit der Frage, wie man die Themenfelder „Umweltrecht und Verbraucherrecht“ miteinander verbinden könnte. Im Spannungsverhältnis dieser Rechtsgebiete liegen noch viele ungelöste Probleme und Zielkonflikte, die der SVRV unter anderen am Beispiel der Retouren im Onlinehandel thematisiert und in einer Stellungnahme zum ‚Recht auf Reparatur‘ wieder aufgreifen wird.

Verbrauchergerechte Gestaltung der Digitalisierung und der digitalen Welt

Ähnlich wie die Nachhaltigkeitstransformation stellt sich auch bei der zunehmenden Digitalisierung nahezu aller Lebensbereiche die Frage, wie man diesen Prozess verbrauchergerecht gestalten kann. Ein erstes, in diesem Zusammenhang für den SVRV bedeutsames Themenfeld bildet die verbrauchergerechte Gestaltung von Plattformen.

Daneben ist die Frage, wie man KI-Anwendungen transparent gestalten und somit kontrollierbar  machen kann, für den SVRV von hoher Relevanz. Der SVRV fokussiert in diesem Zusammenhang insbesondere die Frage, wie KI-Anwendungen kontrolliert werden können und ob bzw. welche Informationspflichten angesichts von Deep Fake sinnvoll wären.

Ad hoc Themen

Nicht zuletzt befasst sich der SVRV mit Themen, die kurzfristig einen verbraucherpolitischen Handlungsbedarf erfordern. Als Beispiel wäre hier die Covid-19-Pandemie zu nennen.