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Digitale Welt und Gesundheit. eHealth und mHealth – Chancen und Risiken der Digitalisierung im Gesundheitsbereich

Autoren: Gerd Gigerenzer, Kirsten Schlegel-Matthies, Gert G. Wagner, 2016

Gesundheitsbezogene Entscheidungen werden heute nicht allein im traditionellen Kernbereich der medizinischen Versorgung getroffen, sondern auch hinsichtlich der individuellen Lebensführung und Gesundhaltung (z.B. Ernährung, Fitness und Wohnen). Die Zunahme von Gesundheitsleistungen, die an Marktleistungen erinnern (IGeL, Zusatzversicherungen) verlangt Verbraucherinnen und Verbrauchern zunehmend Eigenverantwortung ab. Die Sachverständigen stellen fest, dass es im verbraucherbezogenen Gesundheitsbereich drei relevante systematische Probleme gibt: mangelnde Patientensicherheit; Überdiagnose und Überbehandlung; unbegründete Versorgungsunterschiede bzw. Behandlungsvariabilität. Die zentrale Fragestellung ist, inwiefern die Digitalisierung im Gesundheitsbereich diese systematischen Probleme zu überwinden helfen kann. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen zwei besonders relevante Entwicklungen: eHealth (die Anwendung elektronischer Geräte zur medizinischen Versorgung und Wahrnehmung anderer Aufgaben im Gesundheitswesen) und mHealth (gesundheitsrelevante Anwendungen auf mobilen Geräten). Die Chancen der Digitalisierung in diesen Bereichen können nicht verwirklicht werden, bevor zwei Voraussetzungen geschaffen werden, die bisher nur teilweise erfüllt sind: transparente und verlässliche (evidenzbasierte) Verbraucherinformation und Stärkung der Alltagskompetenzen der Verbraucherinnen und Verbraucher.

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